Evangelische Jugend im Kirchenkreis An Nahe und Glan

Die News im Detail

| 20.09.2017
95 Thesen für eine andere Welt Theater zur Reformation -Ein starkes Stück


Jugendliche der evangelischen Jugend im Kirchenkreis An Nahe und Glan aus den drei Kirchengemeinden Bad Sobernheim, Roxheim, Bad Kreuznach und Meisenheim zeigen in einem Theaterstück, was ihnen die Reformation und Martin Luther heute noch zu sagen haben.
Eine jugendliche Schauspielerin tritt aus einer Tür und malt den Teufel an die Wand. 13 weitere Personen stehen auf der Bühne des Ev. Gemeindezentrums Hargesheim, murmeln vor sich hin, dann ein Schrei: „Ich habe Angst!“ Es geht viel um Angst im ersten Teil des Theaterstückes „95 Thesen für eine andere Welt“, das die Jugendlichen anlässlich des diesjährigen 500-jährigen Reformationsjubiläums unter professioneller Anleitung (Regie: Julia Hahn) selbst erarbeitet haben. Um die Angst, nicht zu genügen, nicht dem Idealbild zu entsprechen, nicht mehr mitzukommen in dieser Welt. An einer anderen Tür, die wie ein Smartphone gestaltet ist, öffnet sich das Fenster zur Welt und es flackern Medienbilder über das Display, wie wir sie heute tagtäglich sehen. Explosionen, verletzte Menschen, Überschwemmungen, Flüchtlingsströme. Es sind Bilder zum Angst haben.
In ihrem Stück sind die jugendlichen Spielerinnen und Spieler auf der Suche nach Orientierung und nach einem Weg, ihre Ängste zu überwinden. Dabei scheint auch immer wieder die Auseinandersetzung mit Luther durch, wenn er Szenen kommentiert oder wenn aus den Wortbildern, die er vor 500 Jahren durch seine Bibelübersetzung schuf, plötzlich lebendige Bilder auf der Bühne werden. Immer wieder öffnen sich wortwörtlich Türen die Roy Müller zusammen mit den jugendlichen Akteuren aus der Bühnen- und Requisitengruppe geschaffen hat. Sie geben dem Publikum in 95 Thesen und Szenen Einblick in die Gedanken der Jugendlichen, die aus ihrer Lebenswelt von Diskriminierung, Ausgrenzung, Intoleranz und vor allem immer wieder von Angst und Orientierungslosigkeit erzählen. Sie prangern an, was aus ihrer Sicht in unserer Welt verkehrt läuft. Eine der aussagekräftigsten Szenen ist dabei der bildhaft dargestellte Kampf der schlechten Nachrichten, die die wenigen guten Nachrichten, die Hoffnung geben könnten, förmlich ersticken.
Doch die Jugendlichen malen nicht nur schwarz, sie geben auch Ausblicke. Irgendwann wird der Teufel abgewischt und die düstere Atmosphäre wird aufgebrochen. Denn es gibt Vorbilder, an denen man sich orientieren kann, es gibt Möglichkeiten, die Welt zu verändern, auch wenn es einem nicht so scheint. Zu diesem Schluss kommen die Spieler. Jeder Zuschauer bekommt seinen ganz persönlichen Denkzettel und schließlich verkünden alle Spielerinnen und Spieler in einer kurzen These, wie sie gedenken, die Welt zu verändern. Der letzte Satz, der auf der Bühne fällt, spiegelt dann nach einer Stunde gedankenvoller Auseinandersetzung wieder, was alle denken: „Ich will keine Angst mehr haben!“
Wer die Premiere verpasst hat, hat noch zweimal die Chance, das Stück auf der Bühne zu erleben. Weitere Vorstellungstermine sind angesetzt für Samstag, 28.10.2017 um 18:00 in der Ev. Matthiaskirche in Bad Sobernheim sowie für Samstag, 18.11.2017 um 18:00 in der Ev. Pauluskirche Bad Kreuznach.

Links:



[ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT]