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Rückblick Jugendfonds 2016 (PDF)

      

Kontakt

Kreisjugendring Kusel, Petra Seibert, Tel: 06381.8325, Mail: djz.kusel@t-online.de

Was ist der Jugendfonds?

     

 

 

 

 

Was ist der Jugendfonds?

Der Jugendfonds gibt Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander in der Stadt zu unterstützen.

Dem Fonds steht für die Verwirklichung von Ideen und Projekte pro Jahr 6.000 Euro zur Verfügung. Über die Vergabe des Budgets entscheidet der Jugendfonds eigenständig.

Ob Lesung, Konzert, Theater, Film oder eine Fahrt, alles ist möglich.

Mitmachen!
Mitmachen können alle Personen zwischen 14 und 27 Jahren, die im Landkreis Kusel wohnen, arbeiten oder zur Schule gehen.

Jugendfonds holt das Klassentheaterstück Malala nach Wolfstein

Am 29. Juni 2017 gastierte das Pfalztheater Kaiserslautern mit seinem Klassenzimmerstück „Malala – Mädchen mit Buch“ an der Realschule Plus Lauterecken/Wolfstein. 20 Schüler kamen dank der Initiative und der Finanzierung des Jugendfonds Kusel, Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ im Landkreis Kusel, in den Genuss einer besonderen Vorstellung.

Jungschauspieler Luca Zahn steht entschlossen und herausfordernd vor der Klasse. Er spielt alleine, wechselt zwischen den Charaktere hin und her, variiert mit der Stimme und erzählt so die unglaubliche Geschichte von Malala Yousafzai. Mit 11 Jahren beginnt das Mädchen 2009 eine Blog zu schreiben und berichtet unter einem Pseudonym über die Gräueltaten der pakistanischen Taliban im Swat-Tal, ihrer Heimat. Ihr und ihren Freundinnen wird der Besuch der Schule verboten. Frauen und Mädchen dürfen die Häuser nicht verlassen, sie müssen sich verschleiern, müssen gefügig und hörig sein.

Jeder der etwas gegen die Gesetzen und die Religion der Taliban sagt, wird ausgepeitscht, gesteinigt oder enthauptet. Malala macht weiter, berichtet täglich und beginnt mit ihrem Kampf für das Recht von Mädchen und Frauen auf Bildung. Dann, 2011 fliegt ihr Pseudonym auf. Am 9. Oktober 2012 verüben die Taliban einen Anschlag auf das damals 14jährige Mädchen. Knapp entkommt sie mit schweren Kopfverletzungen und überlebt. Eine einseitige Gesichtslähmung und die Taubheit auf dem linken Ohr bleiben.

Luca Zahn hält inne und schaut in der Stille des Klassenraumes umher. Er greift einen flaschengrünen Seidenschal von der Wäschespinne, wickelt ihn sich um die Hüften und wechselt vom neutralen Erzähler in die Rolle der Malala. „Ich will dass die Menschen wissen, was hier passiert. Wenn die Erwachsenen den Mut nicht haben, müssen wir Kinder unsere Stimme erheben“, ruft er auffordernd in die Klasse. Die Aufforderung zeigt Wirkung, die Neuntklässler sind gebannt, von Luca Zahn und von der Geschichte Malalas. Nachdenklich blicken sie einander an.

Nach kurzweiligen 45 Minuten ist Schluss. Luca Zahn lässt seine Charaktere los, verbeugt sich und überlässt Melanie Pollmann, Schauspieldramaturgin und Jugendreferentin am Pfalztheater in Kaiserslautern das Wort. „Vorbereitung und Nachgespräch sind ein wichtiger Pflichtteil unseres Klassenzimmerstücks“, erklärt sie. Ohne den Austausch und das Gespräch mit den Schüler und Schülerinnen ist ein solches Stück nicht verantwortbar. Geduldig beantworten sie und Luca Zahn alle Fragen, erläutern nochmal die politischen Hintergründe und gehen gemeinsam mit Klassenlehrerin Jutta Fischer sicher, dass alles richtig verstanden wurde.

Jutta Fischer ihrerseits hofft, dass ihre Schüler und Schülerinnen den Wert und die Bedeutung von Bildung und Schule nach dem Stück etwas mehr zu schätzen wissen. Und Malala? Ihr wird 2014 als jüngste Preisträgerin jemals der Friedensnobelpreis verliehen. Sie lebt mit ihren Eltern und ihren beiden Brüdern in Birmingham. Mit ihrem Malala Fund setzt sie sich dafür ein, dass alle Kinder dieser Welt den Zugang zu Schulbildung bekommen.

Projekt Spielplatz Windhof 2016

70 Kinder unter 18 Jahren wohnen und leben derzeit in der Kuseler Landesaufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende auf dem Windhof. Kinder, die viel gesehen und viel erlebt haben. Kinder, die auch einfach nur mal Kind sein wollen. Spielen, klettern, toben. Der neu errichtete Spielplatz soll ihnen dabei helfen. In den vergangenen Wochen wurde gebaggert, ausgehoben und betoniert. Jetzt sind die Arbeiten, inklusive fachlicher Kontrolle der Spielgeräte, abgeschlossen, so dass die Kinder loslegen können. Eine Nestschaukel, eine Stehwippe und ein Seilzirkus zum Klettern stehen bereit. Die Idee zum Spielplatz und 5000 Euro für die Spielgeräte kamen vom Jugendfonds des Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Im Jugendfonds organisieren und treffen sich Jugendliche bis 27 Jahre aus dem gesamten Landkreis, um gemeinsame Projekte und Aktionen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit durch zu führen oder zu fördern. Für den Bau des Spielplatzes hat der DRK Kreisverband Kusel e.V. weitere Sponsoren gewonnen. Unter anderem haben sich die Firma KOB Wolfstein, die Volksbank Glan-Münchweiler, der Rotary Club Kusel beteiligt. Die Umsetzung hat das Team der sozialen Betreuung des Roten Kreuzes Kusel, mit tatkräftiger Unterstützung  von Bewohnern der Afa und freiwilligen Helfern, geleistet. Die Kinder der Aufnahmeeinrichtung danken und nehmen den Spielplatz schon jetzt gut an.

(Text: Simone Schnipp, Bilder: Daniel Pfeiffer, August 2016)